17. Juni
The Saturday Reset: Yoga & Chai Sepcial 11. Juli in der Markthalle
Starte deinen Morgen mit einer Ashtanga Yoga Primary Series Praxis – und stärke dich danach mit Masala Chai und hausgemachten indischen Snacks. Wir bringen zwei Dresdner Communities für einen besonderen Vormittag zusammen: verbunden durch die Bewegung auf der Matte und durch Gespräche bei Chai.
Ablauf
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- 10:00–11:45 Uhr: Yoga mit yogawayv (Ashtanga Yoga Primary Series)
- 12:00–13:00 Uhr: Chai & Snacks von Arusuvai
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Zur Auswahl stehen Masala Chai (Kuhmilch oder Hafermilch), der natürliche blaue Blue Pea Tea und warme indische Köstlichkeiten.
Tickets
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- 25 € Combo-Ticket – Yoga + Chai & Snacks
- 10 € – für yogawayv-Mitglieder oder alle, die nur für Chai & Snacks kommen möchten
- hier anmelden
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Mitbringen deine eigene Yogamatte.
Wo Die Malle — Neustädter Markthalle, 1. Obergeschoss, Dresden
Wir freuen uns auf dich!
Preethi & Marlen
Veranstaltet von yogawayv & Arusuvai Supper Club.
28. März
Was tragen wir auf unserer Haut?
Seit einiger Zeit ist mir beim Blick auf die Etiketten von Textilien aufgefallen, dass der Baumwollanteil bei Mischgewebe geringer geworden ist. Dafür ist der Anteil synthetischer Fasern gestiegen. Hast du es auch bemerkt?
Ich habe mich gefragt, was steckt dahinter. Hat sich der Ertrag verringert? Haben sich die Anbaubedingungen verändert? Welchen Einfluss hat die Fast Fashion Industrie auf den Baumwollanbau?
Die Beobachtung: Weniger Baumwolle in unseren Kleiderschränken
Das sind die Zahlen aus dem Jahr 2021: weltweit wurden 113 Millionen Tonnen Textilfasern produziert – 54% davon Polyester, nur noch 22% Baumwolle. Etwa 43 Prozent aller Textilien in der EU bestehen heute noch aus Baumwolle. Doch dieser Anteil schrumpft kontinuierlich. Polyester – eine erdölbasierte Kunststofffaser – hat die Überhand gewonnen.
Aber ist Baumwolle deshalb die bessere Wahl? Die Antwort ist komplexer als gedacht.
Der CO2-Fußabdruck: Ein differenzierter Vergleich
Baumwolle wird oft als natürliche, umweltfreundliche Alternative beworben. Doch die Klimabilanz erfordert einen genaueren Blick: Die Textilindustrie verursachte 2021 insgesamt 503 Millionen Tonnen CO2-Emissionen mit folgender Verteilung zwischen den Fasern:
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- 56% der Emissionen kamen von synthetischen Fasern (wie Polyester und Nylon)
- 18% von tierischen Fasern (wie Wolle, Seide, Leder)
- 14% von pflanzlichen Fasern (wie Baumwolle, Jute)
- 11,5% von Zellulosefasern (wie Viskose, Lyocell)
Zwischen 2020 und 2021 sanken die CO2-Emissionen nur bei pflanzlichen Fasern – alle anderen Kategorien stiegen.
Ein direkter Vergleich zeigt: Ein Polyester-Shirt verursacht 5,5 kg CO2, ein Baumwoll-Shirt 4,3 kg. Polyester benötigt für die Herstellung von einem Kilogramm etwa 125 Megajoule Energie, verglichen mit rund 50 Megajoule bei Baumwolle. Zwar kann recyceltes Polyester den Energieverbrauch um 30-50% reduzieren, aber der Recyclingprozess selbst bleibt energieintensiv.
Doch hier kommt der entscheidende Unterschied: Anders als synthetische Fasern stammt Baumwolle von einer lebenden Pflanze. Einige Studien zeigen, dass mehr Kohlenstoff aus der Atmosphäre entnommen und in der Baumwollfaser gespeichert wird, als beim Anbau und der Entkernung freigesetzt wird. Baumwolle hat also das Potenzial, Kohlenstoff zu binden – ein Vorteil, den Plastikfasern nie haben werden.
Das Problem liegt nicht in der Faser selbst, sondern in den aktuellen Anbaumethoden: Der intensive Einsatz synthetischer Düngemittel, der enorme Wasserverbrauch von etwa 11.000 Litern pro Kilogramm und die energieintensiven Bewässerungssysteme treiben die Emissionen in die Höhe. Weltweit verursacht der konventionelle Baumwollanbau jährlich 220 Millionen Tonnen CO2.
Baumwolle hat im Gegensatz zu Plastikfasern das Potenzial, Teil der Klimalösung zu werden – wenn wir die Anbaumethoden ändern.
Kleinbäuer:innen als Vorreiter
Kleinbäuer:innen, die über 70 % der weltweiten Baumwolle produzieren, könnten mit der richtigen Unterstützung zu Vorreitern einer biodiversitätsfördernden Landwirtschaft werden.
In Maharashtra, Indien, arbeitete Solidaridad mit 8.000 Baumwollbäuer:innen zusammen, um regenerative Anbaupraktiken einzuführen. Die Ergebnisse nach fünf Jahren:
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- 12–30 % weniger Anbaukosten
- 12–18 % höhere Erträge
- 35 % Wasserersparnis
- Mittlerweile werden dort fast 40.000 Hektar nach regenerativen Prinzipien bewirtschaftet
Ein anderes Beispiel: In Madhya Pradesh hat ein Bäuer:innenpaar ihre Farm auf ökologischen Baumwollanbau umgestellt und experimentiert mit naturnahen Anbaumethoden. Dort wachsen Baumwolle, Mungbohnen, Straucherbsen und Sonnenblumen nebeneinander – Mischkulturen, die die Bodenfruchtbarkeit verbessern und Bestäuber anziehen. An den Rändern bilden Neem, Bambus und Mangobäume einen lebenden Zaun, der Schatten spendet und das gesamte Ökosystem unterstützt. „Jede Pflanze, jeder Baum, jedes Insekt hat seine Aufgabe“, erklärt die Bäuerin. „Ich baue ein gesundes System auf, das sich selbst trägt.“
Statt diese Erfolge zu fördern und zu skalieren, drückt die Industrie die Preise, lagert die Verantwortung auf Zertifizierungen ab und weicht zunehmend auf billiges Polyester aus. Fast Fashion mit bis zu 100 Mikro-Kollektionen pro Jahr ist nur durch den massiven Einsatz synthetischer Fasern möglich geworden – Fasern, die aus fossilem Erdöl stammen und deren Herstellung fast dreimal so viel Energie benötigt wie die von Baumwolle.
Die Idee einer Veränderung von der linearen Wirtschaft zur Kreislaufwirtschaft
Doch warum nimmt der Baumwollanteil in unserer Kleidung überhaupt ab? Die Antwort liegt in einem massiven Umweltproblem und der Reaktion der EU darauf.
Jährlich fallen in der EU 12,6 Millionen Tonnen Textilabfälle an – 12 kg pro Person. Davon werden weltweit weniger als 1% zu neuen Produkten recycelt. Die globale Textilfaserproduktion hat sich in 20 Jahren fast verdoppelt auf 109 Millionen Tonnen und wird bis 2030 weiter steigen. Fast Fashion mit bis zu 100 Mikro-Kollektionen pro Jahr treibt diese Überproduktion an.
Die bisherige Reaktion: Textilien werden verbrannt oder vergraben. Die EU verfolgt das Ziel von einer Linear- zu einer Kreislaufwirtschaft (statt „take-make-waste“ zu „reduce-reuse-recycle“).
Mit Hilfe der Ökodesign-Verordnung können erstmals verbindliche Vorgaben für Textilien gemacht werden. Eine Studie des Umweltbundesamtes empfiehlt Anforderungen für:
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- Haltbarkeit (z.B. Anzahl Wasch-Trockenzyklen)
- Reparierbarkeit (Ersatzteile, Anleitungen)
- Recyclingfähigkeit (max. 2 Fasertypen, max. 5-10% Elastan)
- Mindestanteil an recycelten Fasern
- Transparenz über Chemikalien: Hersteller sollen offenlegen, welche problematischen Stoffe wie wasserabweisende Chemikalien oder Farbstoffe in der Kleidung enthalten sind – abrufbar über einen Digitalen Produktpass (ähnlich einem QR-Code auf dem Etikett)
Die Herausforderungen für die Kreislaufwirtschaft:
Baumwolle ist schwer zu recyceln: Beim mechanischen Recycling verkürzen sich die Fasern so stark, dass nur 20% Recycling-Baumwolle in neuen Kleidern möglich ist. Chemisches Recycling zu Viskose ist zwar möglich, wird aber noch nicht im industriellen Maßstab genutzt.
Mischgewebe sind noch problematischer: Die meisten modernen Textilien enthalten Beimischungen wie Elasthan für Stretch-Eigenschaften oder Formstabilität. Diese Materialmischungen sind Gift für effizientes Recycling – die verschiedenen Fasern lassen sich kaum trennen.
Fast Fashion arbeitet gegen die Kreislaufwirtschaft: Mit bis zu 100 Mikro-Kollektionen pro Jahr und bewusst kurzen Nutzungszyklen steht das Fast-Fashion-Modell im direkten Widerspruch zu den Zielen der Kreislaufwirtschaft.
Die EU fördert deshalb Forschungsprojekte wie „New Cotton“ für besseres Baumwollrecycling und arbeitet an Ökodesign-Vorgaben, die Recyclingfähigkeit von Anfang an mitdenken – etwa durch Begrenzung auf maximal zwei Fasertypen pro Textil.
Ein Blick auf das System dahinter
Wenn wir in unseren Kleiderschrank schauen, sehen wir mehr als nur Stoffe. Wir sehen ein globales System im Wandel. Wir sehen eine EU, die versucht, von einer linearen Wegwerfwirtschaft zu einem Kreislaufsystem zu transformieren – mit all den Widersprüchen und Herausforderungen, die das mit sich bringt.
Wir sehen Kleinbäuer:innen, die innovative Lösungen entwickeln, während Marken weiterhin die Preise drücken. Wir sehen eine Regulierung, die notwendig ist, aber deren Umsetzung Fragen aufwirft. Wir sehen Böden, die durch Pestizide vergiftet werden, und gleichzeitig regenerative Projekte, die beweisen, dass es anders geht.
Und wir sehen uns selbst: Konsument:innen in einem System, das uns ständig neue Kleidung verkaufen möchte, weil wir uns durch den nächsten Kauf ein Stück Glück versprechen.
Was wäre, wenn wir beginnen würden, unsere Kleidung nicht nur als Ausdruck unseres Stils zu sehen, sondern als Verbindung zu Menschen, Böden, Ökosystemen und politischen Entscheidungen?
Für den nächsten Einkauf: Asteya – das Nicht-Stehlen
Im Yoga Sutra begegnen wir Asteya – dem Prinzip des Nicht-Stehlens. Auf den ersten Blick scheint das einfach: Wir stehlen nicht im klassischen Sinne. Doch Asteya geht tiefer. Es fragt uns: Nehmen wir etwas, das uns nicht zusteht? Profitieren wir auf Kosten anderer?
Wenn wir ein billiges T-Shirt kaufen, stehlen wir dann nicht indirekt? Den Kleinbäuer:innen einen fairen Lohn. Den Böden ihre Gesundheit. Der Umwelt ihre Regenerationsfähigkeit. Zukünftigen Generationen eine intakte Welt.
Asteya lädt uns ein zu fragen: Was ist der wahre Preis meiner Kleidung? Nicht der Preis auf dem Etikett, sondern der Preis, den andere bezahlen – mit ihrer Arbeitskraft, ihrer Gesundheit, mit vergifteten Böden und verseuchtem Grundwasser.
Fast Fashion lebt vom Stehlen: Sie stiehlt faire Löhne, indem sie Preise drückt. Sie stiehlt Ressourcen, indem sie zur Überproduktion zwingt. Sie stiehlt Würde, indem sie Menschen in ausbeuterische Arbeitsverhältnisse drängt. Und sie stiehlt uns die Illusion, dass wir durch ständigen Konsum glücklich werden können.
Was könnte Asteya beim Kleidungskauf bedeuten?
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- Bewusst werden: Was wurde gegeben (oder genommen), damit dieses Kleidungsstück existiert?
- Den wahren Wert erkennen: Faire Preise zahlen, damit niemand bestohlen wird
Weniger kaufen, dafür mit Bedacht: Qualität statt Quantität - Kleidertausch: Gib deiner Kleidung, die du nicht mehr trägst, eine neue Besitzer:in
- Secondhand als erste Wahl: Dem bereits Produzierten neues Leben geben
- Wenn neu, dann Bio-Baumwolle mit GOTS-Zertifizierung oder andere nachhaltige Fasern aus fairer Produktion
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Quellen: Solidaridad & Pesticide Action Network UK „Cotton and Corporate Responsibility“ (2023), Solidaridad „Cotton and Climate“ (2023), Solidaridad „Cotton and Biodiversity“ (2025), Europäisches Parlament „Neue EU-Vorschriften zur Reduzierung von Textil- und Lebensmittelabfällen“ (September 2025), dpa Factchecking (Januar 2025), Umweltbundesamt „Ökodesign-Anforderungen für Textilien“ (2026)
Dieser Artikel kommt aus der Kategorie Landwirtschaft und Klima.
Marlen möchte Wissen aus dem Studium mit dem Yoga verbinden. Sie studierte Agrarwissenschaften mit dem Schwerpunkt auf ökologischen Landbau und Pflanzenbau in den Tropen und Subtropen.
Seit Jahren beschäftigt sie der Klimawandel und die tiefgreifenden Veränderungen, die er mit sich bringt. Mit der neuen Kategorie möchte Marlen aktuelle Ereignisse und Entwicklungen in der Landwirtschaft im Zusammenhang mit dem Klimawandel aufzeigen.
Auf diesem Weg möchte sie das Bewusstsein schärfen für ein erweitertes Verständnis unseres Handelns in der Welt.
Dein Vorteil an einem Abo bei Yogawayv?
Wenn du weißt, dass du mindestens 4 x im Monat kommst, kostet dich die einzelne Yogastunde 12,50 € (erm. 11,25 €). Ebenso bekommst du 10 % Rabatt bei den Massagen.
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online Videos:
Session 05 VINYASA & YIN (1:19h)
Session 04 VINYASA (0:43 h)
Session 03 VINYASA (1:33 h)
Session 02 VINYASA (1:07 h)
Session 01 ASHTANGA 1. Serie gekürzt (1:20h)